Von den zehn Neuzugängen, die beim Trainingsstart der Nullachter am Dienstagabend zugegen waren, sind nicht weniger als sieben 18, 19, 20 Jahre jung. Große Töne spucken muss von denen keiner. Tut auch der Coach nicht.
Von Florian Levenig Mittwoch, 01.07.2026 Westfälische Nachrichten
Ein radikaler Umbruch ist es nicht, wohl aber ein Einschnitt. Vier Mann – Niklas Hüser, Nils Husken, Miguel Schürmann und Marius Grewe –, die über ein Jahrzehnt lang zu den prägenden Figuren bei Union Lüdinghausen zählten, haben, wie berichtet, die Fußballtreter an den Nagel gehängt. Was, so Oliver Logermann, zwangsläufig die Statik verändere, „in der Kabine vielleicht mehr noch als auf dem Platz“.
Denn von den Neuen, insbesondere denen, die so jung sind wie Hüser und Co. damals, Mitte der 2010er-Jahre, könne man ja schlecht erwarten, dass sie in der Umkleide große Reden schwingen. Oder auf dem Rasen das Spiel an sich reißen, Voranmarschieren. Sollen sie auch nicht. „Die Jungs kriegen alle Zeit der Welt“, wie der 08-Coach betont. Obschon Julian Schneider, Leo Stoll, (beide TuS Haltern U19), Bene Kollenberg (SuS Olfen U19), Luca Köttnitz (SG Selm), Marvin Bohr (Union II) und Goalie Lukas Jung (Union U19) „gut ausgebildet wurden und viel Potenzial mitbringen“.
Duo soll auf Anhieb performen
Zwei, die auf Anhieb performen könnten, sind Felix Schröder, langjähriger Leistungsträger der SG Selm. Und Fürkan Saritas (kommt allerdings aus einer Verletzung), der in der Jugend-Bundesliga (Duisburg) gelernt hat, 61 Einsätze in der Westfalenliga (Hassel, Sinsen, Herne) vorweisen kann und zuletzt für A-Ligist Teutonia Waltrop auflief.
Was auffällt: Die Neuzugänge sind fast ausnahmslos für die Zentrale oder den vorderen Bereich eingeplant. Weshalb Logermann ganz froh ist, „dass uns mit Nicolas Roters ein möglicher Innenverteidiger zugelaufen ist – gerade weil uns auf der Position mit Daniel Schäfer und Miguel zwei Leute weggebrochen sind“. Der Bruder von Union-Skipper Lucas Roters will nach einer längeren Fußballpause wieder angreifen. Beziehungsweise abwehren.
Ebenfalls beim Trainingsauftakt am Dienstagabend zugegen: Youssef Ouagar. Der junge Mittelfeldmann lebt erst seit einem Dreivierteljahr in Deutschland, hat laut Logermann aber schnell die deutsche Sprache gelernt, ist „ein feiner Kerl“ und war in der Rückrunde für den FC Marokko Herne (Bezirksliga 9) im Einsatz.
Bestimmtes Ziel auszugeben, "macht keinen Sinn"
Ein bestimmtes Ziel – nach dem bemerkenswerten achten Rang im ersten Bezirksligajahr – auszugeben, mache angesichts der personellen Veränderungen wenig Sinn, findet sein Trainer, „zumal wir nicht mal wissen, in welcher Staffel wir spielen“. Die Lüdinghauser haben beim Verband den Wunsch hinterlegt, in die Bezirksliga 11 zu wechseln zu dürfen.
Das erste Vorbereitungsspiel bestreitet das Team am Sonntag, 14 Uhr, bei Bezirksligist TSV Handorf. Weitere Gegner sind die SG Sendenhorst (10. Juli/H), der SV Drensteinfurt (19. Juli/H), Fortuna Seppenrade (26. Juli/ A) und der VfL Wolbeck (2. August/A).